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Enttäuschende Niederlage beim SV Waldhilsbach

SV Waldhilsbach - FC Hirschhorn 2:1 (1:1)

Die einen spielen um die goldene Ananas, die anderen wollen aufsteigen. Gemerkt hat man von dieser Konstellation im Spiel zwischen dem SV Waldhilsbach und dem FC Hirschhorn überhaupt nichts. Die Heimmannschaft konnte die vorgegebene Taktik deutlich besser umsetzen und kämpfte um jeden Ball. Lauffreude, Zweikampfverhalten, Aggressivität, Passgenauigkeit, Chancenverwertung. Man könnte an dieser Stelle weitere Punkte aufzählen, die für erfolgreichen Fußball wichtig sind. An diesem Sonntagnachmittag lies der FC leider zu vieles vermissen. Aber von vorne.

Traumhaftes Fußballwetter, der wohl beste Rasen, auf dem der FC diese Saison spielen durfte und ein mehr als beruhigender Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz. Ideale Voraussetzungen, um bei Waldhilsbach drei so wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg mitnehmen zu können. Waldhilsbach trat in der bekannten Formation auf, mit der man sich im Laufe der diesjährigen A-Klasse-Runde immerhin auf den sechsten Tabellenplatz spielen konnte. Hinten setzte man auf viel Erfahrung, vorne hoffte man auf Spielertrainer Steven Wolf und Top-Torjäger Björn Lipschitz. Für den FC also sicher kein Selbstläufer. Aber wenn man bedenkt, welch spielerisch hochklassigen Teams der FC diese Saison bereits bezwang, so hätte man gegen das doch eher einfach gestrickte Spiel der Waldhilsbacher deutlich besser aussehen müssen. Von dem überragenden Defensivverhalten, welches den FC über große Teile der Saison auszeichnete, war in den letzten Spielen und leider auch heute nichts mehr zu sehen. Und so kam es, dass bereits in der 10. Minute eine Flanke von rechts Torjäger Lipschitz erreichte. Dieser stand nahezu ungedeckt und konnte den Ball per Kopf entgegen der Laufrichtung von Torhüter Tobias Kuhn ins lange Eck ein netzen. Selbst der Gegentreffer rüttelte die lethargisch agierende Hirschhorner Mannschaft nicht auf. Viel zu oft versuchte man es über die blasse linke Angriffseite, obwohl man genau auf dieser Seite von einem der besten Abwehrspieler der Liga empfangen wurde. Oliver Schulz schaltete unseren Jungspund im Sturm, Steffen Albert, nahezu komplett aus und hatte nebenbei noch Zeit, diverse weitere Angriffsbemühungen über seine Seite zu unterbinden. Zusammen mit dem an diesem Tage bärenstarken Torhüter Michael Grunwald legte er den Grundstein für den Heimsieg. Ins Bild passte dann, dass ausgerechnet einer der wenigen Angriffe über die rechte Hirschhorner Seite in der 30. Spielminute zum Erfolg führte. Langer Ball in den Rücken der gegnerischen Abwehr von Gregor Blaszczyk auf Jan Schmitt. Dieser scheiterte zunächst am Keeper. Doch der Nachschuss von Spielertrainer Ali Köklü fand den Weg ins Tor zum Ausgleich. Die Spielanteile in der ersten Halbzeit waren ausgeglichen, ähnlich das Chancenverhältnis. Die beiden Mannschaften verabschiedeten sich also mit einem gerechten Unentschieden in die Halbzeit.

Frohen Mutes betrat der FC dann nach der Pause wieder das Spielfeld. Einige Spieler schienen mit den Gedanken jedoch noch in der Kabine zu sein. Denn bereits in der 48. Minute traf Steven Wolf per Fernschuss zum 2:1. Waldhilsbach führte dabei einen Freistoß aus 25 Metern blitzschnell aus und passte den Ball zu Wolf, der genügend Zeit hatte, um sich den Ball zurecht zu legen. So vieles hatte man sich für die zweite Halbzeit vorgenommen. Doch durch diesen frühen Gegentreffer fiel man in die alte langsame Spielweise der ersten Hälfte zurück. Zwar ergaben sich hier und da teils hochkarätige Torchancen, die Torhüter Grunwald allesamt zunichte machte. Festzuhalten gilt allerdings, dass diese Chancen beinahe ausschließlich aus individuellen Fehlern der Waldhilsbacher Hintermannschaft resultierten oder dem Zufall geschuldet waren. Von einem Aufbäumen gegen die drohende Niederlage war nur wenig zu spüren. Der nach 70 Minuten eingewechselte Marcel Fink brachte noch einmal etwas Frische ins FC-Angriffsspiel. Doch auch seine Aktionen fanden spätestens in den Händen Michael Grunwalds ihr Ende. Als der Schiedsrichter nach einer kurzen Nachspielzeit das Spiel beendete, war die Freude auf Seiten des Heimteams groß. Mit viel Herz und Kampfgeist konnte man trotz limitierter Spielanlage gegen den Aufstiegsaspiranten aus Hirschhorn gewinnen.

Die Hirschhorner Mannschaft muss nun schnellst möglich wieder die Kompaktheit im Spiel gegen den Ball erlangen. Zehn Gegentore in den letzten fünf Spielen sind einfach zu viel, verglichen damit, dass man in den 21 Spielen zuvor lediglich 21 Gegentreffer hinnehmen musste.

Startelf: Tobias Kuhn; Sören Schreyer; André Kuhn; Oliver Martin; Michael Stelter; Florian Bergmann; Gregor Blaszczyk; Steffen Kittel; Jan Schmitt; Ali Köklü; Steffen Albert

Eingewechselt: Marcel Fink für Albert (70.); Christian Schätzle für Martin (90.)

Weiter im Kader: Gerrit Mayer

Fotos: Klaus Albert