Nachruf auf Andreas „Ätsche“ Körber

Ein halbes Jahrhundert Vereinsmitgliedschaft, 16 Jahre erster Vorsitzender, mehrere Positionen in Spiel- und Veranstaltungsausschuss sowie Pächter der Vereinsgaststätte. Ätsches Leben war untrennbar mit dem FCH verbunden. Er war das Gesicht des Vereins.

Hirschhorn am 14.03.2009: Möglicherweise verdeutlicht kein Datum die Verbindung zwischen Ätsche und FC Hirschhorn besser. Es ist der 51. Geburtstag des damaligen ersten Vorsitzenden. Gleichzeitig feiert der FCH mit einem aufwändigen Festakt sein hundertjähriges Bestehen. Ätsche ist, trotz seines Ehrentages, an diesem Abend einmal mehr vollständig im Dienste des Vereins. Es ist ein, wenn nicht sogar der, Höhepunkt der 16-jährigen Amtszeit des Vorsitzenden.

Als Ätsche zwölf Jahre zuvor das Amt des Vorsitzenden von Klaus Albert übernimmt, ist er bereits 28 Jahre Vereinsmitglied und kann auf Posten in Spiel- und Veranstaltungsausschuss verweisen. Als Beschäftigter der Meto ist er zudem Angestellter jener Firma, deren jahrelanges Engagement als Sponsor den Hirschhorner Fußball zu wesentlichen Teilen ermöglichte und zu mehreren Blüten führte. Gleichzeitig ist Ätsche Mitglied des Betriebsrates und aktiver Gewerkschafter. Seine Solidarität bezog sich nicht nur auf den Verein, sie fand gesamtgesellschaftliche Anwendung. Fairness und Ausgleich galten ihm als unverrückbare Prinzipien.

In seiner Funktion als Vorsitzender führte Ätsche den Verein schließlich ins neue Jahrtausend. 2009 stellte der FCH anlässlich des hundertjährigen Bestehens unter seiner Führung ein mehrtägiges Rahmenprogramm einmaligen Ausmaßes zusammen. Als richtungsweisend erwies sich zudem die Übernahme der Bewirtung des Flohmarktes, welcher noch heute die finanzielle Handlungsfähigkeit des Vereins gewährleistet.

Während dieser Jahre ist das Vereinsleben jedoch einschneidenden Veränderungen unterworfen: Verantwortungsbereitschaft und Engagement gegenüber dem Verein, Werte für die Ätsche jederzeit uneingeschränkt einsteht, sind einer ständigen Erosion ausgesetzt, die Aufrechterhaltung gewohnter Strukturen erschwert sich. Ein Umstand, der auch dem ersten Vorstand nicht verschlossen bleibt, doch eindringliche Mahnungen während unzähliger Mitgliederversammlungen verfehlen letztlich ihre Wirkung.

Der Anbruch des neuen Jahrzehnts markiert schließlich den Beginn einer Phase des persönlichen Wandels. Ätsche lässt seine Funktionen innerhalb der Meto hinter sich. Er wird 2009 Pächter der Vereinsgaststätte, die fortan den Namen „Beim Ätsche“ trägt. Zudem initiiert er den angeschlossenen und bald stark frequentierten Wohnmobilstellplatz.

Sein Vorstandsamt führt er noch vier Jahre weiter, bis er dieses 2013 an Frank Albert übergibt. Ätsche bleibt jedoch als Mitglied des Veranstaltungsausschusses in aktiver Verantwortung. Die mit dem Amt verbundenen Moderationen der Weihnachtsfeier offenbaren nicht nur immer wieder aufs Neue seine unnachahmliche Art, sie sind ein weiterer Beleg seines steten Einsatzes. Zeugnis eines in Vereinsangelegenheiten Rastlosen, dessen Schuldigkeit gegenüber dem Verein schon lange beglichen war, sofern diese denn jemals bestand.

In jüngster Zeit beging Ätsche gleich zwei Jubiläen: Im Juni ehrte ihn die Mitgliederversammlung für 50 Jahre der Vereinsmitgliedschaft und Mitte September jährte sich die Übernahme der Vereinsgaststätte zum zehnten Mal.

Am 21. September verstarb Andreas „Ätsche“ Körber im Alter von 61 Jahren.