Aufstieg – Am 29. Spieltag der abgelaufenen Spielzeit stand fest: der FC Hirschhorn steigt – durch einen Achtpunktevorsprung auf den Tabellendritten St. Leon – in die Kreisliga Heidelberg auf. Dem voraus ging eine über die gesamte Saison fokussierte und in der Spielanlage stabile Mannschaftsleistung, welche sich durchgehend im Platzierungsverlauf widerspiegelte, denn zu keinem Zeitpunkt war der FCH unterhalb des vierten Platzes positioniert. Die meiste Zeit verbrachte Hirschhorn auf Platz zwei der Tabelle. Besondere Wegmarken dieses Erfolgs waren jeweils zwei Siege im Derby gegen den Eberbach (4:1 und 1:0), gegen den späteren Meister aus Walldorf (2:1 und 3:1) sowie den ehemals unliebsamen Kontrahenten aus Rohrbach (1:0 und 1:0). Am Ende zeigte das Tableau 64 Punkte aus 30 Spielen an. Bei nur einem Punkt Abstand auf den Kreisklassenmeister Walldorf hatte der FC sogar das bessere Torverhältnis vorzuweisen – 69 erzielten Toren standen dabei 34 Gegentore gegenüber. Hirschhorn stellte in jener Saison demnach nicht nur eine der Top-4-Offensivreihen, sondern auch die beste Defensive.
Trainerwechsel – Trotz des sich abzeichnenden Erfolges entschieden – bereits im Dezember des Jahres 2013 und damit während der Winterpause – Trainer Ali Köklü sowie die Verantwortlichen des FC Hirschhorn in beidseitigem Einvernehmen ab der Saison 2014/15 getrennte Wege zu gehen. Bereits im darauffolgenden Februar wurde mit Benjamin Sigmund der Nachfolger Köklüs offiziell benannt. Der Beerfelder führt damit die bereits lange Reihe Hirschhorner Spielertrainer fort. Sigmund assistierend zur Seite steht Steffen Kittel.
Kreispokal – Denkbar unglücklich verlief das erste Pflichtspiel unter der Betreuung Sigmunds, denn der FCH unterlag in der ersten Runde des Kreispokals der zuvor in die A-Klasse abgestiegenen SpVgg. Neckargemünd nach Verlängerung mit 0:1.
Kreisliga – Einem unglücklichen, weil späten, Unentschieden zum Auftakt der Kreisliga gegen Handschuhsheim (1:1), folgte eine Serie von vier Niederlagen gegen Rot, Nußloch, Eberbach und Horrenberg (1:2, 1:3, 0:2, 4:6). Dieser Phase schloss sich ein torreiches Unentschieden gegen Walldorf (3:3) sowie der erste Saisonsieg gegen Baiertal an. Dabei egalisierte Hirschhorn zunächst einen 0:2-Rückstand, um schließlich als verdienter Sieger Baiertal mit 5:3 nach Hause zu schicken. Dem ersten Erfolgserlebnis schlossen sich allerdings postwendend zwei Niederlagen gegen Neuenheim (0:2) und Wiesloch (1:3) an. Zwar konnte danach gegen Dilsberg immerhin ein Unentschieden (1:1) erkämpft werden, allerdings folgte diesem Punktgewinn mit dem 1:6 gegen Bammental die bis dahin deutlichste Niederlage. Obwohl der FCH zunächst führte, ließ Bammental mit zunehmendem Spielverlauf keine Zweifel aufkommen. Einem Punktgewinn gegen Pfaffengrund (1:1), schlossen sich Niederlagen gegen Schatthausen (0:2) und Walldorf (3:4) an. Dem folgte hinsichtlich der inzwischen bedrohlichen Tabellensituation ein enorm wichtiger Sieg gegen Rot (3:2). Den unschönen Schlusspunkt des Jahres stellt die 1:8-Niederlage in Leimen da.
Mit nun zehn Punkten aus 16 absolvierten Partien steht der FC Hirschhorn auf dem vorletzten, 14. Tabellenplatz der Kreisliga Heidelberg. Trotz dieser Platzierung kann von einer akuten Bedrohung durch Abstieg momentan keine Rede sein, denn in diesem Jahr steigt lediglich die letztplatzierte Mannschaft ab und diese ist, mit momentan zwei Punkten weit abgeschlagen, Handschuhsheim. Ein Blick auf die vorrangig platzierten offenbart: der 13., Wiesloch, ist mit aktuell elf Punkten in Reichweite. Auf die davor platzierten Walldorf, Dilsberg und Nußloch fehlen momentan fünf bzw. sechs Punkte. Das gesicherte Mittelfeld scheint also, wenn auch nicht unmittelbar, in Reichweite.
In der rückblickenden Bewertung der ersten Saisonhälfte erscheinen vor allem zwei Aspekte als entscheidend: Eine zu Beginn der Saison praktisch strukturell auftretende Verletztenmisere sowie Niederlagen oder Punktverluste nach eigentlich ansprechenden, teilweise auch guten Leistungen. Mit dem Verletzungspech beginnend fällt die Bewertung eindeutig aus: Im Laufe des ersten Saisonviertels näherte sich die Verletztenzahl der Zweistelligkeit an, zu keinem Zeitpunkt innerhalb dieser Phase konnte auf die volle Kadertiefe zugegriffen werden – gerade für einen Aufsteiger ein kaum zu kompensierender Umstand. Hinsichtlich des zweiten, hier angeführten Bewertungsaspektes besteht Grund zum Optimismus, denn nur selten entstand während eines Spiels der abgelaufenen Halbserie ein Eindruck kompletter Unterlegenheit. Viel mehr überwog nach einer Vielzahl von Spielen der Gedanke, dass in dieser Auseinandersetzung mehr zu holen gewesen wäre. Zu oft benutzte und deshalb unoriginell gewordene Sprüche, wie jener vom „Lehrgeld bezahlen“, erscheinen in diesem Kontext zwar wenig originell, scheinen jedoch die Situation des FCH treffend zu beschreiben. Die in dieser Erkenntnis mitschwingende und positive Botschaft: Der Kader hat deutliche Reserven. Eine sportliche Stabilisierung im Verlauf der Rückrunde ist durchaus möglich und im Falle ausbleibender Verletzungen sowie dem kollektiven Abruf der durchaus vorhandenen Fähigkeiten eine Platzierung im unteren aber gesicherten Teil des Mittelfeldes keine Utopie.
In der Jahresretrospektive lässt sich demnach, trotz der momentanen Tabellensituation ein positives Fazit ziehen, denn nach Jahren des für alle Beteiligten unbefriedigenden Kreisklassen-Tabellenmittelmaßes, besteht nach wie vor die Möglichkeit der höherklassigen Etablierung. Ein Umstand, welcher hinsichtlich der monetären Ausstattung im Vergleich zur Konkurrenz keine Selbstverständlichkeit ist.
Ausblick – Direkt zum Auftakt des Spieljahres 2014/15 steht mit der Partie gegen den VfB Eberbach das zweite Derby der laufenden Saison an. (Sonntag, 08.03.2015 – 15 Uhr in Eberbach)
Die Kreisklasse C startet bereits eine Woche zuvor am Sonntag, den 01.03.2015, mit der Partie: SG Mittleres Neckartal – ASC Neuenheim II (Spielbeginn: 15 Uhr in Eberbach)